Sommersemester 2022

Atelier Gespräch:
Ein Sommernachtstraum – Wortzauberei und magisches Verwirrspiel um die Liebe

Bild: Ein Sommernachtstraum © Chris Rogl/Rosi Presta, Schauspielhaus Salzburg

In Kooperation mit dem Schauspielhaus Salzburg

24. Mai 2022, 17.00 Uhr
Säulenfoyer, Schauspielhaus Salzburg
Erzabt-Klotz-Straße 22

Sabine Coelsch-Foisner im Gespräch mit dem Regisseur Robert Pienz und Ragna Heiny (Ausstattung) und musikalischen Beispielen von Roli Wesp (Komposition)

Vorstellungen: 21.5. / 24.5. / 25.5. / 28.5. / 30.5. / 1.6. / 3.6. / 8.6. / 10.6. / 11.6. / 14.6. / 15.6. / 17.6. / 20.6. / 23.6. / 25.6. / 26.6.

Shakespeares Sommernachtstraum ist ein komödiantisches Meisterwerk, das den Geist der Renaissance mit Volkstradition und Feenglauben verbindet. Obgleich der Sommernachtstraum vermutlich für eine Adelshochzeit 1596 verfasst wurde, richtet sich das Stück – wie Shakespeares Theater überhaupt – an ein heterogenes Publikum und ist an theatraler Vielschichtigkeit kaum zu überbieten. Derber Klamauk und grotesk-irreale Verwandlungsszenen stehen neben parodistischem Metatheater, höchst artifizieller Sprachspielerei und ausgereifter Metaphorik. In fünf Geschichten wird uns eine wahre ‚Anatomie‘ der Liebe vorgeführt: Verliebtheit und Schwärmerei, Begierde, Hass und Eifersucht, Liebesmelancholie und Freitod. Die Figuren entstammen der Menschenwelt und dem Feenreich und repräsentieren unterschiedliche Generationen, Herkünfte und soziale Schichten. In einem karnevalistischen Spuk werden die Figuren durcheinander gewürfelt: Hoch und Tief vermengt sich, Liebe kippt in Abscheu, die Vernunft weicht der Magie, und über allem steht der wandelbare Mond. Angesiedelt zwischen Athen und einem Wald, versinnbildlicht der Sommernachtstraum das Theater selbst: eine Welt, die aus den Fugen gerät und die Grenze zwischen Traum und Wirklichkeit verwischt – erschreckend verwischt. Denn was geschieht, wenn Demetrius aus seinem Zauber erwacht?


Atelier Gespräch:
Cabaret – Bienvenue!

Bild: Cabaret, Sophie Mefan (Sally Bowles) und Ensemble © Anna-Maria Löffelberger/Salzburger Landestheater

In Kooperation mit dem Salzburger Landestheater

10. Mai 2022, 18.30 Uhr
Bibliotheksaula
Hofstallgasse 2-4

Sabine Coelsch-Foisner im Gespräch mit dem Regisseur Andreas Gergen, der Choreografin Kate Watson, dem musikalischen Leiter Gabriel Venzago und der Kostümbildnerin Stephanie Bäuerle

„Willkommen, bienvenue, welcome – im Cabaret, au Cabaret, to Cabaret!“ Die Songs (Texte von Fred Ebb) von John Kanders Musical Cabaret (uraufgeführt am 20. November 1966
am Broadhurst Theater, New York) sind weit über die Bühne hinaus bekannt. Cabaret zählt zu den erfolgreichsten Musicals am Broadway, und auch die Verfilmung mit Liza Minnelli in
der Rolle der Sally Bowles wurde mit acht Oscars ausgezeichnet. Die Vorlage liefern die Romane Goodbye to Berlin (1939) und Mr Norris Changes Trains (1935) des Briten
Christopher Isherwood, der 1929 nach Berlin kam und die vergnügungssüchtige Metropole vor Hitlers Machtübernahme beschrieb. Isherwoods Erzählungen bildeten die Basis für das
Theaterstück I am a Camera (1951 am Broadway uraufgeführt) von John van Druten. Die Handlung von Cabaret, die vom Scheitern einer Liebe und der politischen Situation Berlins
Ende der 1920er Jahre erzählt, bietet einen krassen Kontrast zu den beschwingten Jazz-Nummern und der frivolen Atmosphäre im Kit-Kat-Club. Das Atelier Gespräch nimmt die
Wiederaufnahme der Inszenierung von Andreas Gergen am Salzburger Landestheater zum Anlass, um den Erfolg dieser ‚perfekten Schnappschüsse‘, wie das Time Magazin
Isherwoods Berlin Stories beschreibt, auf der Musicalbühne zu ergründen.


Atelier Gespräch:
Lohengrin – Romantische Vollendung am Wendepunkt

Bild: Bauprobe Lohengrin © Osterfestspiele Salzburg

In Kooperation mit den Osterfestspielen Salzburg

5. April 2022, 18.30 Uhr
Bibliotheksaula
Hofstallgasse 2-4

Mit Intendant Nikolaus Bachler und dem Regieteam Jossi Wieler, Sergio Morabito und Anna Viebrock

Seit Juli 2020 Intendant der Osterfestspiele Salzburg, zählt Nikolaus Bachler nach Stationen als künstlerischer Leiter an den Staatlichen Schauspielbühnen Berlin, als „Producteur artistique“ in Paris und Intendant der Wiener Festwochen (1991-96), der Wiener Volksoper (1996-98), des Wiener Burgtheaters (1999-2008) und der Bayerischen Staatsoper München (2008-2020) zu den bedeutendsten Kulturmanagern Europas. Im Mittelpunkt der diesjährigen Osterfestspiele steht Richard Wagners (1813-1883) Oper Lohen

grin. 1850 am Großherzoglichen Hoftheater in Weimar unter der Regie von Franz Liszt uraufgeführt, wurde Lohengrin bei den Osterfestspielen zuletzt 1976 bzw. 1984 inszeniert. Wie nähern wir uns 2022 dieser ‚aus zeitgenössischen Wiederaufgüssen der deutschen Romantik destillierten Geschichte‘ (Abbate/Parker) vom Schwanenritter und dem Mythos vom Gral, die den romantischen Höhepunkt in Wagners Werk bedeutet und gleichzeitig die Wende zu seinen späteren Musikdramen einleitet? Märchenoper mit politischem Akzent? Als Elsa, Tochter des verstorbenen Herzogs von Brabant, von Telramund und seiner Frau Ortrud beschuldigt wird, ihren Bruder getötet zu haben, erscheint ein mysteriöser weißer Ritter auf einem Nachen, der von einem Schwan gezogen wird, und rettet sie unter der Bedingung, dass sie nie nach seinem Namen und seiner Herkunft frage. Elsa bricht ihr Gelübde und stirbt, der vom Gral gesandte Lohengrin verlässt Brabant, Elsas in einen Schwan verwandelter Bruder wird gerettet und als neuer Herzog gefeiert.

Atelier Gespräch:
Cinderella – Märchenstoff mit autobiografischer Färbung

Bild: Cinderella © Anna-Maria Löffelberger/Salzburger Landestheater

In Kooperation mit dem Salzburger Landestheater

7. März 2022, 18.00 Uhr,
Bibliotheksaula
Hofstallgasse 2-4

Univ.-Prof. Dr. Sabine Coelsch-Foisner im Gespräch mit der Cinderella-Darstellerin Laura Incko, dem Dramaturgen Thomas Rufin und dem musikalischen Leiter Gabriel Venzago

Der Cinderella-Stoff legt ein Spannungsfeld von (weiblichem) Selbst und Gesellschaft offen und begegnet uns überall da, wo ein Lebenstraum verfolgt und vereitelt wird. Die britische Komponistin, Pianistin und Geigerin Alma Deutscher erzählt ihre ganz eigene Fassung dieses Konflikts. Cinderella hat einen besonderen Traum, der – autobiografisch motiviert – in die Welt der Kunst führt. Wie in allen Versionen des Märchenstoffs drohen die Ziele am Widerstand der Stiefmutter zu scheitern. Dirigent Zubin Mehta beschreibt Alma Deutscher als „one of the greatest musical talents today“. Bereits mit zwei Jahren fing sie an, Klavier zu spielen und mit drei Jahren Violine. Ihre erste Oper The Sweeper of Dreams komponierte sie im Alter von sieben Jahren. Cinderella ist die zweite Oper und wurde als Kammerversion 2015 in Israel uraufgeführt. Carl Philip von Maldeghem erarbeitet aus Cinderella eine neu komponierte, abendfüllende Fassung, für die der erste Kapellmeister Gabriel Venzago die musikalische Leitung übernimmt.

Siehe auch Atelier Gespräche: Cinderella (Handlungsballett) am Salzburger Landestheater (05. März 2018); La Cenerentola anlässlich der Pfingstfestspiele (2. Juni 2014):
http://www.unitv.org/beitrag.asp?ID=501&Kat=1&SubKat=16

Antje-Tesche Mentzen

Atelier Gespräch:
Antje Tesche-Mentzen – Theater Skulpturen

Bild: Königin der Nacht © Antje Tesche-Mentzen

„Es ist fast unmöglich, das Werk von Antje Tesche-Mentzen irgendwelchen zeitgenössischen Strömungen zuzuweisen. Ihre Arbeiten gleichen nur sich selbst, sie sind unverwechselbar.“ (Peter Stein, Skulpturen zu Werken von Richard Strauss, Bruckmann Verlag, 1989) Die in Kiel geborene Malerin und Bildhauerin Antje Tesche-Mentzen hat eine breit gefächerte künstlerische Ausbildung, die vom Ballettstudium über ein Gesangsstudium an der Musikhochschule München bis hin zur Malerei und Keramik reicht. Seit 1973 hat sie ihre eigene Werkstatt in München und Venedig und seit 1982 erschafft sie lebensgroße Skulpturen aus Keramik und Bronze, für die sie ihre eigene Technik entwickelt hat. Mythische Gestalten wie Orpheus, Daphne und Lilith, große Themen der Weltliteratur, Opernfiguren wie Arabella, Salome und die Königin der Nacht sind ebenso Inspiration für ihre ausdrucksstarken Skulpturen wie ihre vielgestaltige Zusammenarbeit mit dem Komponisten Wilfried Hiller. Das Atelier Gespräch widmet sich ihren Skulpturen zu Theater und Oper aus verschiedenen Schaffensepochen. Antje Tesche-Mentzen zählt zu den bedeutendsten Bildhauerinnen der Gegenwart. Neben internationalen Ausstellungen wurden 2019 ihre Werke bei der Ansbacher Skulpturmeile unter dem Titel „Musik aus Bronze“ gezeigt, 2018 schuf sie für die Musik von Carl Orff Das Rad der Fortuna im Anwesen der Carl-Orff-Stiftung, 2021 stellt sie im Rahmen der Kulturhauptstadt Parma aus, und die Sommer-Konzerte in ihrem Hafendorfer Atelier sind gelebtes Beispiel für die Intensität künstlerischen Zusammenwirkens.


1. „Kunst ist eine Mischung aus Geist und Handwerk“

Antje Tesche-Mentzen bei der Arbeit
Die Künstlerin erklärt den Arbeitsprozess
Sabine Coelsch-Foisner im Gespräch mit Antje Tesche-Mentzen

2. Erste Bildhauerin bei der Ansbacher Skulpturenmeile

Lilith © Antje Tesche-Mentzen
Zeitlose Figuren, die aus Musik und Literatur schöpfen
Sabine Coelsch-Foisner im Gespräch mit Antje Tesche-Mentzen


3. Angst vor der Zerbrechlichkeit

Königin der Nacht © Antje Tesche-Mentzen
Große Gestalten der Opernliteratur
Sabine Coelsch-Foisner im Gespräch mit Antje Tesche-Mentzen

4. Die Macht der Musik

Scriabin, Le divin poème (Acryl, 2013; 0,8x1m)
© Antje Tesche-Mentzen
Musik als wesentliche Inspirationsquelle
Sabine Coelsch-Foisner im Gespräch mit Antje Tesche-Mentzen

5. Komposition – Literatur – Skulptur

Das Hohe Lied der Liebe (Bronze, 2014; Höhe 2,15m)
© Antje Tesche-Mentzen
Antje Tesche-Mentzen spricht über ihre Zusammenarbeit mit dem Komponisten Wilfried Hiller
Sabine Coelsch-Foisner im Gespräch mit Antje Tesche-Mentzen

Wintersemester 2021/22

Atelier Gespräch:
Das Floß der Medusa – eine der großen Katastrophen der Menschheit

Bild: Das Floß der Medusa © Chris Rogl/Rosi Presta/Schauspielhaus Salzburg

In Kooperation mit dem Schauspielhaus Salzburg

14.2.2022, 18.00 Uhr
Säulenfoyer, Schauspielhaus Salzburg
Erzabt-Klotz-Straße 22

Sabine Coelsch-Foisner im Gespräch mit der Moraltheologin Univ.-Prof. Dr. Angelika Walser und Mitwirkenden der Produktion

Das Floß der Medusa spielt auf einen skandalösen Vorfall aus dem Jahr 1816 an, als England die westafrikanische Kolonie Senegal an Frankreich zurückgab. Die französische Regierung entsandte vier Fregatten zum Schutze des überseeischen Besitzes nach Afrika, darunter die Méduse. Als sie auf Grund lief, befahl Kapitän Chaumareys den Bau eines Floßes, weil für die knapp 400 Menschen an Bord zu wenig Boote zur Verfügung standen. Das Floß sollte 150 Menschen aufnehmen und von den Booten an Land gezogen werden. Doch bald wurden die Seile gekappt, das Floß war sich selbst überlassen – es folgten 13 verheerende Tage: Hunger, Meuterei, Totschlag, Kannibalismus, bis am Horizont ein Schiff auftauchte. Théodore Géricaults (1791-1824) Le radeau de la Méduse / Das Floß der Medusa (1819), das heute im Louvre in Paris hängt, wurde zum Inbild einer Katastrophe der Menschheit und Vorbild vieler Bearbeitungen. Der Regisseurin Susi Weber dient der 2017
erschienene Roman Das Floß der Medusa des österreichischen Autors Franzobel als Vorlage ihrer Theaterfassung. Im Atelier Gespräch wird ihre Inszenierung am Schauspielhaus Salzburg im Hinblick auf die ethische und ästhetische Dimension des Stoffs diskutiert.

Atelier Gespräch:
Antje Tesche-Mentzen – Theater Skulpturen

Bild: Königin der Nacht © Antje Tesche-Mentzen

„Es ist fast unmöglich, das Werk von Antje Tesche-Mentzen irgendwelchen zeitgenössischen Strömungen zuzuweisen. Ihre Arbeiten gleichen nur sich selbst, sie sind unverwechselbar.“ (Peter Stein, Skulpturen zu Werken von Richard Strauss, Bruckmann Verlag, 1989) Die in Kiel geborene Malerin und Bildhauerin Antje Tesche-Mentzen hat eine breit gefächerte künstlerische Ausbildung, die vom Ballettstudium über ein Gesangsstudium an der Musikhochschule München bis hin zur Malerei und Keramik reicht. Seit 1973 hat sie ihre eigene Werkstatt in München und Venedig und seit 1982 erschafft sie lebensgroße Skulpturen aus Keramik und Bronze, für die sie ihre eigene Technik entwickelt hat. Mythische Gestalten wie Orpheus, Daphne und Lilith, große Themen der Weltliteratur, Opernfiguren wie Arabella, Salome und die Königin der Nacht sind ebenso Inspiration für ihre ausdrucksstarken Skulpturen wie ihre vielgestaltige Zusammenarbeit mit dem Komponisten Wilfried Hiller. Das Atelier Gespräch widmet sich ihren Skulpturen zu Theater und Oper aus verschiedenen Schaffensepochen. Antje Tesche-Mentzen zählt zu den bedeutendsten Bildhauerinnen der Gegenwart. Neben internationalen Ausstellungen wurden 2019 ihre Werke bei der Ansbacher Skulpturmeile unter dem Titel „Musik aus Bronze“ gezeigt, 2018 schuf sie für die Musik von Carl Orff Das Rad der Fortuna im Anwesen der Carl-Orff-Stiftung, 2021 stellt sie im Rahmen der Kulturhauptstadt Parma aus, und die Sommer-Konzerte in ihrem Hafendorfer Atelier sind gelebtes Beispiel für die Intensität künstlerischen Zusammenwirkens.


1. „Kunst ist eine Mischung aus Geist und Handwerk“

Antje Tesche-Mentzen bei der Arbeit
Die Künstlerin erklärt den Arbeitsprozess
Sabine Coelsch-Foisner im Gespräch mit Antje Tesche-Mentzen

2. Erste Bildhauerin bei der Ansbacher Skulpturenmeile

Lilith © Antje Tesche-Mentzen
Zeitlose Figuren, die aus Musik und Literatur schöpfen
Sabine Coelsch-Foisner im Gespräch mit Antje Tesche-Mentzen


3. Angst vor der Zerbrechlichkeit

Königin der Nacht © Antje Tesche-Mentzen
Große Gestalten der Opernliteratur
Sabine Coelsch-Foisner im Gespräch mit Antje Tesche-Mentzen

4. Die Macht der Musik

Scriabin, Le divin poème (Acryl, 2013; 0,8x1m)
© Antje Tesche-Mentzen
Musik als wesentliche Inspirationsquelle
Sabine Coelsch-Foisner im Gespräch mit Antje Tesche-Mentzen

5. Komposition – Literatur – Skulptur

Das Hohe Lied der Liebe (Bronze, 2014; Höhe 2,15m)
© Antje Tesche-Mentzen
Antje Tesche-Mentzen spricht über ihre Zusammenarbeit mit dem Komponisten Wilfried Hiller
Sabine Coelsch-Foisner im Gespräch mit Antje Tesche-Mentzen

Atelier Gespräch:
Artus, Letzte Schlacht – Gründungslegende oder Zukunftsparabel?

Sujetbild: Artus, Letzte Schlacht
Bild: Artus, Letzte Schlacht © Chris Rogl/Rosi Presta, Schauspielhaus Salzburg

In Kooperation mit dem Schauspielhaus Salzburg

8.11.2021, 17.00 Uhr
Säulenfoyer
Schauspielhaus Salzburg,
Erzabt-Klotz-Straße 22

Sabine Coelsch-Foisner im Gespräch mit dem Regisseur und Autor Jérôme Junod, der Bühnenbildnerin Nora Pierer, der Kostümbildnerin Antoaneta Stereva und dem Musiker David Lipp

Atelier Gespräche Aufzeichnung vom UniTV Salzburg

„Es geht nicht mehr (…) Es muss jetzt enden“ – sagt der müde König Artus in Jérôme Junods jüngstem Stück Artus, Letzte Schlacht und erkennt zugleich: „Ich bin ein unmöglicher König“. Herrscher wider Willen, wird er von seiner pragmatischen Gemahlin Guinevere und seinem ruchlosen Seneschall Kay beherrscht, während er selber nichts als den Frieden will. Doch wie lässt sich mit einer rohen Horde blutrünstiger Ritter, einem machtgierigen Bruder und einem wirr faselnden Volk, das sich allzu leicht verführen lässt, eine aufgeklärte Gesellschaft errichten? Der Gral als Zukunftsprojekt geht ebenso ins Leere wie der Ruf nach Veränderung. Junod schält aus Englands Gründungsmythos handfeste Menschen, die herrschen, leiden, siegen und verlieren, um sie wieder in die neblige Vergangenheit zu entlassen. Kein Rat führt aus Krieg und Barbarei, nicht einmal Merlins Zauber. So bleibt dem ratlosen König nur das Gedankengebäude, das er im Grunde ist: die Vision einer besseren Welt, die Angst vor dem vermeintlichen Feind (in Gestalt des Mordred), und der Wille zur geistigen Erneuerung. Gerade weil Artus ein unmöglicher König ist, ist Junods Stück, das weitgehend in Corona-Zeiten entstanden ist, im Kern eine zeitlose Parabel. Bleibt abzuwarten, ob das Unmögliche in seiner eigenen Inszenierung der Uraufführung am
Schauspielhaus Salzburg bloß Einbildung ist, oder doch Eingebung – das Unerreichte oder das Unerreichbare?

Atelier Gespräch:
Macbeth – Musiktheater ohne Liebe?

Sujetbild: Macbeth
Bild: Macbeth © Anna-Maria Löffelberger/Salzburger Landestheater

In Kooperation mit dem Salzburger Landestheater

27.10.2021, 18.00 Uhr,
Bibliotheksaula
Hofstallgasse 2-4

Sabine Coelsch-Foisner im Gespräch mit dem Bühnenbildner, Regisseur und Autor Alexander Müller-Elmau und der Kostümbildnerin Kirsten Dephoff

Atelier Gespräche Aufzeichnung vom UniTV Salzburg

Guiseppe Verdis Macbeth, basierend auf Shakespeares gleichnamigem Drama (1606), wurde als „l’opera senza amore“ bekannt, nachdem sie 1847 im Teatro della Pergola in Florenz Premiere hatte. Als kürzeste der großen Shakespeare-Tragödien und unmittelbar beeinflusst von den politischen Geschehnissen um den Gunpowder Plot 1605, vereint Macbeth mit aller Intensität die Bluttaten legendärer Herrscher verbunden mit Dämonie und Aberglauben, die Shakespeare Raphael Holinsheds Chronicles (1577) – einer seiner wichtigsten Quellen – entnahm, mit den großen (über-)menschlichen Konflikten der frühmodernen Tragödie. Machtbesessen, mordend, von Schuld und Wahn getrieben und schließlich umnachtet, bot Macbeth Paradestoff für die Opernbühne des 19. Jahrhunderts, wenngleich Verdi entscheidend in die Vorlage eingriff, ein Trinklied, eine ‚Heimat-Hymne‘ und ein ‚Ehekrach-Duett‘ einfügte und den Tyrannen Macbeth den düsteren Mächten des Hexenchors und der Skrupellosigkeit einer furiosen Lady Macbeth aussetzt. Mit Macbeth inszeniert Amélie Niermeyer nach Rigoletto (2014, Salzburger Landestheater) und Otello (2018, Bayerische Staatsoper München) ihre dritte Verdi-Oper. Bereits mit 23 Jahren begann sie ihre Regiekarriere am Residenztheater in München, wurde Oberspielleiterin am
Schauspiel Frankfurt, Generalintendantin am Theater Freiburg und von 2006 bis 2011 am Düsseldorfer Schauspielhaus. Zuletzt feierte sie große Erfolge als Opernregisseurin an der
Bayerischen Staatsoper und der Wiener Staatsoper. Am Salzburger Landestheater war sie zuletzt 2018 mit Paul Hindemiths Cardillac (Atelier Gespräch dazu unter:
http://www.unitv.org/beitrag.asp?ID=786&Kat=1&SubKat=16).


Atelier Gespräch:
Puppets go Digital – verborgenen Schätzen des Marionettentheaters auf der Spur

Bild: Oberon, Ein Sommernachtstraum © Hinrich Horstkotte/Salzburger Marionettentheater

In Kooperation mit dem Salzburger Marionettentheater

11.10.2021, 18.00 Uhr
Foyer des Salzburger Marionettentheaters
Schwarzstraße 24

Sabine Coelsch-Foisner im Gespräch mit dem künstlerischen Leiter Philippe Brunner.
Begrüßung durch die Geschäftsführerin Susanne Tiefenbacher und einem Rundgang durch die Ausstellung zum 50-jährigen Jubiläum

Bild: Oberon, Ein Sommernachtstraum © Hinrich Horstkotte/Salzburger Marionettentheater

Atelier Gespräche Aufzeichnung vom UniTV Salzburg

Das Salzburger Marionettentheater – gegründet vom Bildhauer Anton Aicher – hatte 1913 mit Mozarts Bastien und Bastienne seinen ersten öffentlichen Auftritt. Seit nun mehr als 100 Jahren besteht die Tradition des Puppenspiels im Salzburger Marionettentheater und seit 2016 zählt die besondere Spielpraxis zum Immateriellen Kulturerbe Österreichs, ausgezeichnet durch die UNESCO. Laut UNESCO ist das Salzburger Marionettentheater weltweit auch das einzige, das sich Opernproduktionen widmet. Im Sommer 2021 feierte das Theater sein 50-jähriges Bestehen in der Schwarzstraße mit der Wiederaufnahme der damaligen Eröffnungsproduktion Der Barbier von Sevilla und zeigt begleitend im Großen Foyer eine Ausstellung der Figurinen und Kostümentwürfe von Marie-Luise Walek, der Tonmodelle von Josef Magnus und der Bühnenbildmodelle und -skizzen von Günther Schneider-Siemssen. Das Datenbankprojekt CORE – THEATRE | OPERA | FESTIVAL der
Universität Salzburg unter der wissenschaftlichen Leitung von Univ.-Prof. Dr. Sabine Coelsch-Foisner digitalisiert und kuratiert künstlerische Produktionsmaterialien. Erstmals wird ein Einblick in die verborgenen Schätze des Marionettentheaters gegeben, die durch dieses digitale Forschungsarchiv einem weltweiten Publikum zur Kenntnis gebracht werden und unschätzbare Materialien für die Wissenschaft erschließen.


Atelier Gespräch:
Rhythm of the Americas

In Kooperation mit der Salzburger Kulturvereinigung
Anlässlich der Salzburger Kulturtage: 26.9. – 19.10.2021

Sabine Coelsch-Foisner im Gespräch mit dem künstlerischen Leiter der Kulturvereinigung Thomas Heißbauer und dem SIGNUM Saxophon Quartett

Video I: Begrüßung
Video II: Das Programm der Salzburger Kulturtage
Video III: Thomas Heißbauer über Rhythm of the Americas

Das SIGNUM Saxophon Quartett stellt sich vor:

Guerino Bellarosa (Baritonsaxophon), Hayrapet Arakelyan (Altsaxophon), Alan Lužar (Tenorsaxophon), Blaž Kemperle (Sopransaxophon)

Video I: „Reinkarnation der Beatles?“
Video II: Emotion und künstlerische Selbstfindung
Video II: „Das Saxophon ist ein Chamäleon“
Video IV: über Rhythm of the Americas

Atelier Gespräch:
Wunschlos verwunschen – eine soziale Utopie zwischen Extremen

Bild: „Hilfe! Undine geht” © Taschenopernfestival

In Kooperation mit dem 9. Taschenopernfestival – „Hilfe! Undine geht”
29.9.2021, 19.00 Uhr,
Bibliotheksaula, Hofstallgasse 2-4

Sabine Coelsch-Foisner im Gespräch mit dem Regisseur Thierry Bruehl, dem musikalischen Leiter Peter Rundel, der Komponistin Iris ter Schiphorst und der Stimmakrobatin Frauke Aulbert

Atelier Gespräche Aufzeichnung vom UniTV Salzburg

Undine ist nicht von dieser Welt und wie alle fantastischen Mischwesen und Untoten Projektionsgestalt für ideologische und transmediale Umformungen, für Visionen, Utopien und Dystopien. Unter dem Titel „Hilfe! Undine geht“ nimmt sich das Taschenopern Festival 2021 Ingeborg Bachmanns Erzählung „Undine geht“ (aus dem Erzählband Das dreißigste Jahr, 1961) zur Vorlage. Bachmann bezieht sich in ihrem Text auf das romantische Kunstmärchen Undine (1811) des deutschen Autors Friedrich de la Motte Fouqué (1977-1843). Auf Grundlage der beiden Erzählungen entstehen für die neunte Ausgabe von Salzburgs Taschenopernfestival unter der musikalischen Leitung von Peter Rundel und inszeniert von Thierry Bruehl vier Musiktheater-Uraufführungen der Komponist*innen Iris ter Schiphorst, Zeynep Gedizlioğlu, Wolfgang Mitterer und Fabio Nieder. Iris ter Schiphorst befragt die Kontraste in Bachmanns Text und schafft stimmakrobatisch eine neue Sicht auf Undine. Worin liegt die „wirklich große verborgene Idee von der Welt“, die doch nie Teil der Welt sein kann – oder bestenfalls medialer Bruchteil? Wozu tritt Camille in dieses Monodrama zwischen Anklage und Begehren, Reden und Sprachlosigkeit,
(Kunst-)Vollzug und Potenzial? 

Sommersemester 2021

Atelier Gespräch: Anthropozän – Oper im arktischen Eis

Jeni Bern, Paul Whelan, Mark Le Brocq and Anthony Gregory in Anthropocene. Scottish Opera 2019.
Bild © James Glossop

I. Wann hat das Anthropozän begonnen?│ 21. Juni 2021

Der Forschungsleiter am Deutschen Museum München und Direktor des Rachel Carson Center for Environment and Society LMU München Helmuth Trischler gibt einen Überblick zur Anthropozän-Forschung. 

Jennifer France as Ice in Anthropocene.
Scottish Opera 2019. Bild © James Glossop
Video: Sabine Coelsch-Foisner und Helmuth Trischler

II. Teststation Oper – vom Gruselkrimi zum Anthropozän│ 22. Juni 2021

Librettistin und Bestsellerautorin Louise Welsh spricht über ihre Beziehung zur schottischen Erzähltradition, die Lust am Lesen und ihre Begeisterung für Gothic, Crime und Thriller. 


III. Louise Welsh und Stuart MacRae – ein Erfolgsduo zeitgenössischen Opernschaffens │23. Juni 2021

Eigentlich war es ein Zufall, dass Opernfan Louise Welsh und der Komponist Stuart MacRae einander begegneten. Wie daraus eine Erfolgsgeschichte mit fantastischen Zügen an der Scottish Opera wurde, erzählt Louise Welsh. 

Sarah Champion, Stephen Gadd, Jeni Bern und Mark Le Brocq in Anthropocene.
Scottish Opera 2019. Bild © James Glossop

IV. Stimme des ewigen Eises │ 24. Juni 2021

Stellen Sie sich vor, ein Mensch überlebt Jahrtausende eingefroren in Eis, taut auf und singt. Louise Welsh spricht über dramaturgische Highlights von Matthew Richardsons Inszenierung und Samal Blaks Ausstattung von Anthropocene an der Scottish Opera (Uraufführung: 24. Jänner 2019).

Jennifer France as Ice in Anthropocene.
Scottish Opera 2019. Bild © James Glossop

Atelier Gespräch: Anna Karenina – Leidenschaft an der Grenze

Bild: Anna Karenina © Anna-Maria Löffelberger/Salzburger Landestheater

Anna Karenina (1877/78) zählt zu Tolstois bedeutendsten Werken und geht neben Themen wie Ehebruch, Familienleben, Liebesglück und Suizid auch
auf Russlands politischen und sozialen Wandel im 19. Jahrhundert ein. Das Team um Reginaldo Oliveira entwickelt aus dem äußerst komplexen und vielschichtigen Roman eine tänzerische Interpretation des tragischen Schicksals der titelgebenden Figur im Netz gesellschaftlicher Zwänge und Erwartungen. Im Vorfeld der Premiere am 23. Mai 2021 spricht Sabine Coelsch-Foisner mit dem Ballettdirektor und Choreografen Reginaldo Oliveira und Mitgliedern
des Ensembles: Harriet Mills (Anna Karenina), Flavio Salamanka (Karenin) und Klevis Neza (Wronski), Ariane Rindle (Ballett Company Management, Salzburger Landestheater), der Dramaturgin Maren Zimmermann, dem Slawisten Heinrich Pfandl, Universität Graz (Impulsreferat), dem Bühnenbildner Sebastian Hannak und der Kostümbildnerin Judith Adam.


I. Tolstois Anna Karenina │ 17. Mai 2021


II. Vom Roman zum Handlungsballett │ 18. Mai 2021

Maren Zimmermann und Ariane Rindle sprechen über Genese und Dramaturgie des Handlungsballetts.

Video: Sabine Coelsch-Foisner, Maren Zimmermann und Ariane Rindle

III. Getanzte Innensicht der Figuren│ 19. Mai 2021

Video I:
Ballettdirektor Reginaldo Oliveira Über Choreographie und Figurenkonzept; Harriet Mills, Flavio Slamanka und Klevis Neza erläutern ihre Rollen 

Video II:
Tänzerische Erläuterungen im Probensaal des Salzburger Landestheaters: Harriet Mills und Klevis Neza tanzen die erste innige Begegnung zwischen Anna Karenina und Wronski

Video III:
Zuneigung und Distanz vermitteln Flavio Slamanka und Harriet Mills in der Szene, als Karenin seine Frau vom Bahnhof abholt


IV. Opulenz und Transparenz │ 20. Mai 2021

Kostümentwurf © Judith Adam

Video I:
Judith Adam entschlüsselt
Tolstois Figuren aus der Sicht der Kostümbildnerin

Video II:
Judith Adam erläutert ihr
Baukastensystem mit Materialien, Schnitten, Farben und Effekten.


Atelier Gespräch: aspekteFESTIVAL 2021: Neue Musik schafft Neues in Lockdown-Zeiten

Sabine Coelsch-Foisner im Gespräch mit dem künstlerischen Leiter des aspekteFESTIVALS Ludwig Nussbichler, dem Komponisten Johannes Maria Staud, der Rektorin der Universität Mozarteum Elisabeth Gutjahr und dem Kurator Claus Friede.


Atelier Gespräch: Der Rattenfänger von Hameln trifft auf japanisches Noh-Spiel 

Sabine Coelsch-Foisner im Gespräch mit Alexander Polzin zur Produktion Sorrowful Maiden, Sinister Piper,  92ND STREET Y (New York, 7. März 2020)

I. Toshio Hosokawas Futari Shizuka und George Benjamins Into the Little Hill │ 8. Februar 2021

© Alexander Polzin, Sorrowful Maiden, Sinister Piper, 92ND STREET Y (New York, 7. März 2020)

II. Die Simulation von Zeit │ 9. Februar 2021


III. Interkulturelles Theater: Inspiration, Neugier und Sachzwänge │ 10. Februar 2021

Alexander Polzin erklärt, welche Bedeutung Masken für ihn haben und worin die Schnittstellen zwischen westlicher Porträtmalerei, Noh-Masken und Bunraku Puppen liegen.

IV. Wie funktionieren Bunraku(inspirierte) Puppen │ 11. Februar 2021

So funktionieren die Bunraku-inspirierten Puppen; TänzerInnen fügen eine weitere Kommentarebene
hinzu.

Sommersemester 2010

Atelier Gespräch: Christian Meier – Athen und seine Tragödie

28. Juni 2010, 19.00, Atelier

Begrüßung: Univ.-Prof. Dr. Sabine Coelsch-Foisner
Vorstellung: Univ.-Prof. Dr. Gerhard Petersmann
Univ.-Prof. Dr. Dr. h. c. Christian Meier: „Athen und seine Tragödie“


Atelier Gespräch: Samson Kambalu – Jive Talker

16. Juni 2010, 19.00, Atelier

Einleitung und Gespräch: Univ.-Prof. Dr. Sabine Coelsch-Foisner
Lesung aus Jive Talker (in englischer Sprache): Samson Kambalu


Atelier Gespräch: Getanzte Kostüme – Mozarts Idomeneo-Chaconne

7. Juni 2010,  19.00, Theater in der Druckerei

Begrüßung: Univ.-Prof. Dr. Sabine Coelsch-Foisner

In Gespräch & Aktion:
Dorothea Nicolai  (Kostümbildnerin)
Rainer Krenstetter (Tänzer)
Univ.-Prof. Dr. Claudia Jeschke (Choreographin)


What We Say and What We Don’t: Playwriting and the Many Faces of Dialogue

Theatre Workshop with playwright Aoise Stratford (Cornell University, Ithaca, NY)

11. Mai 2010, 13.00, Atelier

Organisation:
Dr. Markus Oppolzer (Universität Salzburg, Fachbereich Anglistik und Amerikanistik)
Univ.-Prof. Christoph Lepschy (Universität Mozarteum, Abteilung Schauspiel und Regie)
Univ.-Prof. Dr. Sabine Coelsch-Foisner (Universität Salzburg, Fachbereich Anglistik und Amerikanistik)


Einführungsworkshop: Die Passion des Jonathan Wade

10. Mai 2010,  14.30, Atelier

Begrüßung: Dr. Carl Philip von Maldeghem (Intendant des Landestheaters)
Univ.-Prof. Dr. Ralph Poole: „‚all the passion in me to fight for peace‘: Ein Yankee als Märtyrer des Herzens“
Dr. Bernd Feuchtner (Chefdramaturg, Landestheater): Zur Inszenierung der Oper
Gespräch mit Marie-Luise Strandt (Kostüme)
Moderation: Univ.-Prof. Dr. Sabine Coelsch-Foisner
Klavierprobe im Landestheater


Frank Günther: Shakespeare übersetzen – Wahnsinn als Methode

12. April 2010, 19.00, Theater in der Druckerei

Begrüßung:
Univ.-Prof. Dr. Heinrich Schmidinger (Rektor der Paris-Lodron-Universität Salzburg) und Univ.-Prof. Reinhart von Gutzeit (Rektor der Universität Mozarteum)
Vorstellung: Univ.-Prof. Dr. Sabine Coelsch-Foisner
Vortrag: Frank Günther, „Shakespeare übersetzen: Wahnsinn als Methode“

Mitwirkende:
Laute: Hans Brüderl
Sopran: Ulrike Hofbauer
Schauspiel: Manja Haueis, Marcus Hering,
Paul Schaeffer und Bettina Wiehler


Franz Kafka: Der Prozess

Interdisziplinärer Workshop zur Aufführung

12. März 2010, Atelier

Begrüßung: Univ.-Prof. Dr. Sabine Coelsch-Foisner
Robert Pienz, Leiter des Schauspielhauses
Univ.-Prof. Dr. Herwig Gottwald (Univ. Salzburg): „Kafkas Der Proceß: eine kurze Einführung in das Werk“

Thierry Brühl (Regisseur, Berlin): „Kafka wider die Zeit – die fehlende Chronologie als Ausgangspunkt einer szenischen Konzeption“

Angela Pichler (Dramaturgie) und Barbara Hörtnagl (Textfassung der Aufführung) im Gespräch mit Mag. Eva Spambalg-Berend


Von Hoffmannsthals Jedermann zu Michael Frayns Afterlife/Reinhardt

Einführungsvortrag zu Hugo von Hoffmannsthal

13. November 2009, Probebühne

Univ.-Prof. Dr. Ulrike Tanzer: „From Salzburg to London and Back“
Michael Raab (Übersetzer)
Univ.-Prof. Dr. Sabine Coelsch-Foisner im Gespräch mit dem Autor Michael Frayn

Wintersemester 2010/11

Atelier Gespräch: Thomas Oberender – Leben auf Probe

17. Jänner 2011, 19.00

Lesung: Dr. Thomas Oberender

Moderation und Gespräch im Hinblick auf das Festspielprogramm 2011: Univ.-Prof. Dr. Sabine Coelsch-Foisner 


Atelier Gespräch: Der ungeschönte Blick

13. Dezember 2010, 19.00

Begrüßung: Univ.-Prof. Christoph Lepschy
Gebhard Hölzl im Gespräch mit Ulrich Seidl


Atelier Gespräch: Opera Goes Popular

6. Dezember 2010, 19.00, Atelier

Vortrag (in englischer Sprache): Simon Rees, Welsh National Opera
Moderation und Gespräch: Univ.-Prof. Dr. Sabine Coelsch-Foisner


Fireside Reading: Simon Rees – Animals, Beasts & Creatures

7. Dezember 2010, 19.00, Schloss Leopoldskron

Lesung in deutscher und englischer Sprache: Simon Rees, Wolfgang Görtschacher

Deutsche Übersetzungen: Univ.-Ass. Dr. Wolfgang Görtschacher & Mag. Andreas Schachermayer


Atelier Gespräch: Lessings Nathan der Weise

Workshop zur aktuellen Aufführung am Landestheater

8. November 2010, 19.00, Atelier

Einführungsvortrag: Univ.-Prof. Dr. Herwig Gottwald
Univ.-Prof. Dr. Sabine Coelsch-Foisner im Gespräch mit Heiko Voss (Dramaturg, Salzburger Landestheater) und Sebastian Fischer (Schauspieler, Salzburger Landestheater)


Atelier Gespräch: Musikalische Begegnungen – im Gespräch mit Ivor Bolton

13. Oktober 2010, 19.00 Uhr

Begrüßung:
Univ.-Prof. Reinhart von Gutzeit, Rektor der Universität Mozarteum
Univ.-Prof. Dr. Heinrich Schmidinger, Rektor der Paris-Lodron-Universität Salzburg

Univ.-Prof. Dr. Thomas Hochradner und Univ.-Prof. Dr. Michaela Schwarzbauer im Gespräch mit Ivor Bolton

Musik: Mozarteum Quartett
Markus Tomasi, Violine
Géza Rhomberg, Violine
Milan Radic, Viola
Marcus Pouget, Violoncello
Ivor Bolton, Klavier


Atelier Gespräch: Tennessee Williams

Einführungsworkshop zu den aktuellen Aufführungen Endstation Sehnsucht (Schauspielhaus), Die Glasmenagerie (Landestheater)

7. Oktober 2010, 16.30-18.30, Atelier

Einführungsvortrag: Univ.-Prof. Dr. Ilka Saal, Erfurt
Univ.-Prof. Dr. Sabine Coelsch-Foisner im Gespräch zu den aktuellen Salzburger Inszenierungen mit Felix Breyer (Dramaturg, Salzburger Landestheater) und Rudolf Frey (Regisseur, Schauspielhaus Salzburg)

Sommersemester 2011

Atelier Gespräch: Blitzgeschichten – „Angelus Domini nuntiavit Mariae“

Interdisziplinärer Workshop zum Taschenopernfestival 2011

21. Juli 2011, 19.00, Atelier im KunstQuartier (Bergstraße 12a)

Begrüßung: Univ. Prof. Dr. Heinrich Schmidinger, Rektor der Universität Salzburg

Impulsreferate und Diskussion:
Thierry Bruehl, Regisseur, Klang21
Hans-Peter Jahn, Redakteur des SWR,
Komponist und Regisseur bei den Taschenopern 2011
Ass.-Prof. Dr. Alexander Keul, Meteorologe und Psychologe
Univ. Prof. Dr. Katja Sporn, Klassische Archäologin

Weitere Gesprächspartner:
Die KomponistInnen Michael Beil, Hüseyin Evirgen, Brigitta Muntendorf, Silvia Rosani, Reinhold Schinwald, Lisa Streich 
Juan García Rodríguez, Dirigent und musikalischer Leiter der Taschenopern 2011.

Moderation:
Univ. Prof. Dr. Sabine Coelsch-Foisner


Atelier Gespräch: Das fotografische Lebenswerk von Gerti Deutsch – eine Neuentdeckung für Österreich

Workshop anlässlich der Ausstellungseröffnung im Fotohof

21. Juni 2011, 16.30
Atelier im KunstQuartier
Bergstraße 12a

Begrüßung: Univ. Prof. Dr. Heinrich Schmidinger, Rektor der Universität Salzburg

Im Gespräch: 
Univ. Prof. Dr. Sabine Coelsch-Foisner, Salzburg
Univ. Prof. Dr. Amanda Hopkinson, University of East Anglia, Norwich
Nicolette Roeske, München
Dr. Kurt Kaindl, Galerie Fotohof, Salzburg

20.00: Eröffnung der Ausstellung und Präsentation des Bildbands


Atelier Gespräch: Marie-Thérèse Kerschbaumer – Poetik des Widerstands

6. Juni 2011, 16.30,
Atelier im KunstQuartier
Bergstraße 12a

Im Gespräch mit Dr. Marie-Thérèse Kerschbaumer:
Univ.-Prof. Dr. Anne Betten (Germanistische Linguistin) und

Mag. Martina Wörgötter (Stipendiatin der Österr. Akademie der Wissenschaften)

Lesung: Dr. Marie-Thérèse Kerschbaumer


Atelier Gespräch: Ferdinand Raimund – Der Bauer als Millionär

30. Mai 2011, 19.00
Atelier im KunstQuartier
Bergstraße 12a

Univ. Prof. Dr. Ulrike Tanzer: „Inszenierungen des Glücks bei Raimund“
PD Dr. Marion Linhart, Bayreuth: „‚Auf dem vorderen Fluggang schwebt ein Genius nieder mit einem glänzenden Brillantstern auf dem Haupte‘: 
Raimunds Zaubermärchen im Kontext der szenischen Konventionen des frühen 19. Jahrhunderts“

Univ.-Prof. Dr. Sabine Coelsch-Foisner im Gespräch mit dem Regisseur Robert Pienz und den Schauspielern Elke Hartmann und Maximilian Pfnür, Schauspielhaus Salzburg.


Atelier Gespräch: Antonio Vivaldi: Farnace

11. Mai 2011, 16.30
Atelier im KunstQuartier
Bergstraße 12a

Univ.-Prof. Dr. Gerhard Petersmann: Farnace. Dramma per musica im Schnittpunkt von antiker Referenzkultur und Gegenwart des 18. Jahrhunderts. Eine Einführung in das Libretto.

Univ.-Prof. Dr. Sabine Coelsch-Foisner im Gespräch mit Rudolf Frey, Regie, und Christian Curnyn, musikalische Leitung der Inszenierung von Farnace am Salzburger Landestheater.


Atelier Gespräch: Faszination Sound of Music

9. Mai 2011, 19.00
Schloss Leopoldskron

Begrüßung: Edward Mortimer (Senior Vice President and Chief Program Officer, Salzburg Global Seminar)

Im Gespräch:

Univ.-Prof. Dr. Sabine Coelsch-Foisner (Literaturwissenschaftlerin und Kulturtheoretikerin) Andreas Gergen (designierter Operndirektor Salzburger Landestheater)
Dr. Carl Philip von Maldeghem (Intendant und Schauspieldirektor Salzburger Landestheater)
Univ.-Prof. Dr. Ingrid Paus-Hasebrink (Kommunikationswissenschaftlerin)
Georg Steinitz (Local Assistant Director bei den Filmaufnahmen zu The Sound of Music)

„‚Wonder Nannies‘ und die Ästhetik der Romanze in Sound of Music“

Vortrag von Univ.-Prof. Sabine Coelsch-Foisner im Rahmen der Ringvorlesung “The Sound of Music“ – Interkulturelle Phänomene der Populärkultur.


Atelier Gespräch: Die Kunst der Vergegenwärtigung
Irene M. Andeßner / Maria Andeßner

4. April 2011, 19.00
Theater in der Druckerei
KunstQuartier

Anlässlich der Verleihung der Maria Andeßner-Stipendien der Universität Salzburg wurde im Rahmen des Atelier Gesprächs zwischen Sabine Coelsch-Foisner und der Performance-Künstlerin Irene Andeßner am 4. April 2011 das fotographische Rollenportrait „Maria Andeßner“ enthüllt. Maria Andeßner wurde 1833 in Eberschwang, OÖ geboren, übersiedelte dann nach Salzburg und unternahm nach dem Tod ihrer Eltern Reisen in alle Kontinente. Sie leistete damit Pionierarbeit für die Emanzipation der Frau von den fest geschriebenen weiblichen Rollenbildern des 19. Jahrhunderts.


Das Projekt wurde gemeinsam von gendup und dem Programmbereich Kunst und Ästhetik entwickelt und dank einer Reihe von Sponsoren realisiert. An 40 prominenten Orten in Salzburg wurden für zwei Wochen Schaukästen mit dem Rollenportrait errichtet, u.a. vor dem Landestheater gegenüber von Maria Andeßners Wohnhaus in der Schwarzstr. 15.


Atelier Gespräch: Kiss Me, Kate – Szenen einer Ehe

Workshop zur aktuellen Aufführung am Landestheater

28. März 2011, 16.30
Atelier im KunstQuartier

Univ.-Prof. Dr. Sabine Coelsch-Foisner: „Wer fürchtet sich vor Kate?“
Dr. Bernd Feuchtner (Landestheater): „Shakespeare im Musical“

Gespräch mit Mitwirkenden der Aufführung:

Andreas Gergen, Regie
Stephan Prattes, Bühnenbild
Dr. Bernd Feuchtner, Dramaturgie

Im Anschluss Besuch der Probe im Landestheater 


Atelier Gespräch: Die großen 4 der Salzburg Biennale. Michael Gielen – 
Friedrich Cerha – Dieter Schnebel – Thomas Kessler

4.-25. März 2011, Atelier im KunstQuartier, Bergstraße 12

Im Rahmen der Biennale 2011 wurden in vier Atelier Gesprächen die vier Komponisten und Dirigenten der Zoom-Reihe vorgestellt. Klangliche Eigenheiten und Besonderheiten der aufgeführten Werke wurden dabei ebenso erörtert wie der Werdegang der „großen 4“, Stationen in ihrem Schaffen, ihre Gedanken zur Musik und zum Leben eines Komponisten. Musikalische Kostproben mit renommierten Ensembles luden ein, 
sich den Klangwelten neuer Musik zu öffnen.

Michael Gielen (4. März 2011)

Begrüßung: Univ.-Prof. Reinhart von Gutzeit, Rektor der Universität Mozarteum
Einleitende Worte: Univ.-Prof. Dr. Sabine Coelsch-Foisner, Programmleitung Atelier Gespräche
Dr. Julia Spinola im Gespräch mit Michael Gielen
Ausschnitte aus Werken Michael Gielens
Ausführende: Pellegrini Quartett (Antonio Pellegrini, Thomas Hofer, Fabio Marano, Helmut Menzler)

Friedrich Cerha (11. März 2011)

Begrüßung: Univ.-Prof. Dr. Heinrich Schmidinger, Rektor der Paris-Lodron Universität Salzburg und
Mag. David Brenner, Landeshauptmann-Stellvertreter
Hannes Eichmann im Gespräch mit Friedrich Cerha
Ausschnitte aus Werken Friedrich Cerhas
Ausführende: Stadler-Quartett (Frank Stadler, Izso Bajusz, Predrag Katanic, Peter Sigl)

Dieter Schnebel (18. März 2011)

Begrüßung: Univ.-Prof. Dr. Michaela Schwarzbauer
Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Rathert im Gespräch mit Dieter Schnebel

Ausschnitte aus Werken Dieter Schnebels und aus dem Film
Dieter Schnebel: „Maulwerke“ (1968/74) Videoversion 2010, mit dem Ensemble „Die Maulwerker“, Regie: Susanne Elgeti. Akustische Konzeption: Martin Supper

Thomas Kessler (25. März 2011)

Begrüßung: Univ.-Prof. Dr. Sabine Coelsch-Foisner
Univ.-Prof. Dr. Rudolf Renger im Gespräch mit Thomas Kessler
Ausschnitte aus Werken Thomas Kesslers

Slam Poet Saul Williams im Gespräch mit Univ.-Prof. Dr. Sabine Coelsch-Foisner


Atelier Gespräch: Neue Welten – Fremde Welten

Interdisziplinärer Workshop zur aktuellen Ausstellung Brave New World im MdM RUPERTINUM

23. März 2011, 18.30
MdM RUPERTINUM

Dr. Margit Zuckriegl, Kuratorin der Ausstellung und Leiterin der Österreichischen Fotogalerie, MdM SALZBURG
Dr. Sarah Herbe, Literaturwissenschaftlerin
Dr. Andreas Tribsch, Botaniker
Dieter Huber, Künstler
Univ.-Prof. Dr. Sabine Coelsch-Foisner: Einführung und Moderation

Wintersemester 2011/12

Atelier Gespräch: Herman Melville – „Bartleby“

30. Januar 2012, 17.00
Foyer im Schauspielhaus
Erzabt-Klotz-Str. 22

Univ.-Prof. Dr. Ralph Poole: „Das Dilemma des Schweigens oder: Zum epistemologischen Enigma von Melvilles ‚Bartleby'“
Univ.-Prof. Dr. Sabine Coelsch-Foisner im Gespräch mit
Dr. Bernd Liepold-Mosser (Autor der Bühnenfassung) und
Mag. Harald Fröhlich (Regisseur)


Atelier Gespräch: Hans Neuenfels – DAS BASTARDBUCH

16. Januar 2012, 19.00
Theater im KunstQuartier
Bergstraße 12

Lesung: Hans Neuenfels
Moderation und Gespräch: Univ.-Prof. Dr. Sabine Coelsch-Foisner


Atelier Gespräch: Constanze Dennig: KUNST UND WISSENSCHAFT – LAZARETT

12. Dezember 2011, 19.00
Atelier im KunstQuartier
Bergstraße 12a

Univ.-Prof. Dr. Sabine Coelsch-Foisner im Gespräch mit Dr. Constanze Dennig


Atelier Gespräch: PIERRE-LAURENT AIMARD

In Kooperation mit der Stiftung Mozarteum im Rahmen der Dialoge 2011

30. November 2011, 17.30
Wiener Saal, Mozarteum
Schwarzstraße 26

Begrüßung: Dr. Johannes Honsig-Erlenburg, Präsident der Internationalen Stiftung Mozarteum

Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Rathert im Gespräch mit Pierre-Laurent Aimard

Moderation: Univ.-Prof. Dr. Sabine Coelsch-Foisner


Atelier Gespräch: Jürgen Mittelstraß – KUNST UND WISSEN

21. November 2011, 19.00
Atelier im KunstQuartier
Bergstraße 12a

Begrüßung: Univ.-Prof. Dr. Sabine Coelsch-Foisner
Vorstellung: Univ.-Prof. Dr. Alexander Hieke (Leiter des FB Philosophie KGW)

Univ.-Prof. Dr. phil. Dr. h.c. mult.Dr.-Ing. E.h. Jürgen Mittelstraß: „Kunst und Wissen“


Atelier Gespräch: MUSICA SPERANZA

Workshop zur aktuellen Aufführung am Landestheater

7. November 2011, 19.00, Atelier im KunstQuartier (Bergstraße 12a)

Dr. Ulrich Leisinger, wissenschaftlicher Leiter der Stiftung Mozarteum: „Das Schicksal der c-Moll-Messe“

Univ.-Prof. Dr. Thomas Hochradner: „Die c-Moll-Messe – Außenseiter der Gattungsgeschichte?“

Univ.-Prof. Dr. Sabine Coelsch-Foisner im Gespräch mit dem Operndirektor Andreas Gergen und dem Regisseur Andreas Geier.

Video: 


Atelier Gespräch: William Shakespeare – EIN SOMMERNACHTSTRAUM

Interdisziplinärer Workshop zur aktuellen Aufführung am Landestheater

24. Oktober 2011, 19.00 Uhr
Atelier im KunstQuartier
Bergstraße 12a

PD Dr. Marion Linhardt, Bayreuth: „SommernachtsTraumDeutungen. Shakespeare adaptiert und inszeniert“

Regisseur Dr. Carl Philip von Maldeghem und Schauspieler Christoph Wieschke im Gespräch zur aktuellen Inszenierung am Landestheater Salzburg

Univ.-Prof. Dr. Sabine Coelsch-Foisner: Einführung „Verwandlungsspiel im Sommernachtstraum“ und Moderation

Video: 


Atelier Gespräch: Klaus Maria Brandauer – CHE INFERNO!
Casanova, da Ponte und ein Genie

Ein Abend mit originalen Texten und Musik

17. Oktober 2011, 19.00, Solitär (Universität Mozarteum, Mirabellplatz 1)

Video: Sabine Coelsch-Foisner im Gespräch mit Klaus Maria Brandauer:


Atelier Gespräche: SALZBURG FANTASTISCH

Im Rahmen der internationalen Tagung EUROFAN: Neue Richtungen der Europäischen Fantastik nach dem Kalten Krieg

30. September 2011, 19.00, Galerie Altnöder / Haus der Natur / MdM Mönchsberg

15.30 – 17.00 Galerie Altnöder
Markus Orths: Lesung aus Die Tarnkappe
im Rahmen der Ausstellung Florentina Pakosta, Satirische Köpfe
Begrüßung und Einleitung: Ferdinand Altnöder

17.30 – 18.30 Haus der Natur
Science Meets Art:
Dr. Norbert Winding: „Fantastische Wege zur Wirklichkeit“
Dr. Brian Stableford: „The Mad Scientist“

Video: 

19.30 MdM Mönchsberg
Univ.-Prof. Dr. Sabine Coelsch-Foisner im Gespräch mit dem Schriftsteller
Markus Orths und Dr. Veit Ziegelmeier, Kurator der Ausstellung
Rollenbilder – Rollenspiele

Video: 

Markus Orths liest aus seinem preisgekrönten Roman Die Tarnkappe (Galerie Altnöder)

Norbert Winding und Brian Stableford im Haus der Natur

Sabine Coelsch-Foisner im Gespräch mit Markus Orths und Veit Ziegelmaier anlässlich der Ausstellung Rollenbilder – Rollenspiele (MdM Mönchsberg)

 

Sommersemester 2012

Atelier Gespräch: Alexander Pereira

Ein Gespräch mit dem neuen Intendanten der Salzburger Festspiele

11. Juni 2012, 19.00
Bibliotheksaula
Hofstallgasse 2

Im Gespräch: Alexander Pereira und Sabine Coelsch-Foisner

Die Bibliotheksaula ist voll, als Alexander Pereira hier am 11. Juni 2012 für ein Atelier Gespräch mit Sabine Coelsch-Foisner eintrifft. Die Salzburger und Salzburgerinnen sind neugierig auf den neuen Intendanten ihrer Festspiele und werden nicht enttäuscht: Humorvoll und offen erzählt Pereira von seinem langen Weg zum Erfolg. Schon mit zwei Jahren hatte er seinen Vater verloren, der als Diplomat im Kaschmir Konflikt bei einem Flugzeugunglück umgekommen war – doch selbst daraus konnte Pereira etwas Gutes ziehen und gründete mithilfe von Zubin Metah ein Projekt für behinderte Mädchen in Indien.

Aber eigentlich hatte für ihn als miserablen Schüler alles mit dem Pakete-Packen in Wien begonnen. Über London, Frankfurt und Berlin führte sein Weg weiter und die Lacher sind auf seiner Seite, als er über die missglückte Sängerkarriere spricht und sich bereits während seiner Zeit bei der Konzerthausgesellschaft in Wien darüber wundert, warum ihn denn die Züricher noch nicht engagiert haben. Doch schließlich ging für Pereira auch dieser Traum in Erfüllung und gemeinsam mit Sabine Coelsch-Foisner reflektiert er nun die 21 Jahre in der Schweiz und wie es ihm gelang, auch junges Publikum wieder für die Oper zu begeistern. Die Atmosphäre ist entspannt und herzlich, sodass Pereira gegen Ende dem Publikum die Finanzen darlegt und vorrechnet, wie er gedenkt, seine Pläne umzusetzen. Ein bisschen Zorn ist auch dabei, doch sein Credo wiegt höher und sein Versprechen überzeugt: „Ich möchte Ihnen die Festspiele zu einem Geschenk machen!“ Spätestens mit dem Schlusswort wird klar, dass er auf die Unterstützung und das Vertrauen der Salzburger und Salzburgerinnen zählen kann: Das Gespräch endet in lautem, begeisterten Applaus.

O.K.

Atelier Gespräche live von uni TV Salzburg


Atelier Gespräch: Hubert Wild – Bariton und Countertenor

Ein Streifzug durch das Liedrepertoire

4. Juni 2012, 19.00
Camerata-Saal im KunstQuartier
Bergstraße 12a

Univ.-Prof. Dr. Sabine Coelsch-Foisner im Gespräch mit Hubert Wild
Julia Simonian, Klavier

Am 4. Juni 2012 fand um 19.00 Uhr im Camerata-Saal des KunstQuartiers ein Atelier Gespräch mit Hubert Wild statt, das in mehrerlei Hinsicht einzigartig war: Sabine Coelsch-Foisner präsentierte den Bariton und Countertenor Hubert Wild als Liedinterpret. Seit 2009 festes Ensemblemitglied des Salzburger Landestheaters, ist Hubert Wild dem Publikum aus einer Reihe von Produktionen bekannt und hat unter anderem begeistert als Jonathan Wade in der gleichnamigen Oper, als Pompeo in Farnace, als General Howell in Kiss Me, Kate, als Max Dettweiler in Sound of Music, und als 1. Handwerksbursche in Wozzeck. Im Rahmen des Atelier Gesprächs trat er zum ersten Mal in Salzburg mit einem Auszug aus dem Liedrepertoire an die Öffentlichkeit. Es war eine sehr persönliche und zutiefst berührende Auswahl, galt sie doch auch seinem kürzlich verstorbenen Lehrer und Mentor Dietrich Fischer-Dieskau. Beginnend mit Mozarts „Abendempfindung“ wurde der Bogen über Schuberts „Im Frühling“, „Nachtstück“ und „Im Abendrot“, Schumanns „Stille Liebe“ und „Mein schöner Stern“ und Brahms‘ „Mainacht“ bis zu Reynold Hahns Verlaine-Vertonungen gespannt. Hubert Wild beeindruckte als Bariton und Countertenor in gleicher Weise. Dass er noch nie mit einem Liederabend in Salzburg zu hören war, ist umso erstaunlicher, als er – neben anderen Auszeichnungen – beim 13. Internationalen Robert Schumann Wettbewerb 2000 in Zwickau Preisträger war, gemeinsam mit mit Anette Dasch. Das Außergewöhnliche dieses Atelier Gesprächs war, dass Hubert Wild mit bewundernswerter Mühelosigkeit zwischen den Stimmlagen wechselte und ebenso mühelos vom Gesang zum Gespräch. Sabine Coelsch-Foisner zog in bewährter Weise die Fäden in diesem Gespräch, das folgende Aspekte zum Inhalt hatte: die Herausforderung an den Sänger im Wechsel zwischen Bühnenrolle und lyrischem Ich, das Ausloten stimmlicher Möglichkeiten durch zeitgenössische Komponisten, das Gesangsrepertoire im Hinblick auf Gattungen sowie biographische Zugänge zum Opern- und Liedrepertoire. Julia Simonian begleitete den Abend einfühlsam am Klavier. Eine Veranstaltung, die in jeder Weise eine neuartige Dimension universitärer Ausbildung darstellt, weil sie Lehrinhalte mit Unterhaltung auf höchstem Niveau verband. Es ist zu hoffen, dass dieser Abend vielen eindringlich in Erinnerung bleibt und man Hubert Wild hinkünftig öfter in Salzburg Lieder singen hören wird.

Atelier Gespräche live von uni TV Salzburg


Atelier Gespräch: Multipercussionist Martin Grubinger und die Camerata Salzburg

Anlässlich des Konzertes „Aus der neuen Welt“ am 20. Mai 2012

15. Mai 2012, 19.00
Camerata-Saal im KunstQuartier
Bergstraße 12a

Univ.-Prof. Dr. Sabine Coelsch-Foisner im Gespräch mit Martin Grubinger

Martin Grubinger, Multipercussionist und Starschlagzeuger stellte beim Atelier Gespräch am 15. Mai 2012 einmal mehr seine Fähigkeit, Menschen mit Musik in den Bann zu ziehen, unter Beweis. Anlässlich seiner auf vier Jahre geplanten Zusammenarbeit mit der Camerata Salzburg, im Rahmen welcher in acht Konzerten verschiedene Kulturkreise vorgestellt werden, sprach Martin Grubinger mit Sabine Coelsch-Foisner mit viel Schwung und Freude über seine Kindheit und seine frühe Begeisterung für Schlaginstrumente, über die gewaltige Infrastruktur, die dieses Instrumentarium erfordert, über seine kompromisslose Entscheidung für die Musik im Alter von fünfzehn Jahren, über das ständige Ausreizen physischer Grenzen und Belastbarkeiten und über die Lust am Proben – selbst wenn es im Schnitt zehn bis vierzehn Stunden sind. Er selbst bezeichnet sich als „Probenfanatiker“, freut sich auf jede Herausforderung, wie sie Rihm, Xenakis, Dorman und Gruber bedeuten. Als vielseitiger Musiker und weltweit gefragter Solist begeisterte Martin Grubinger beim Atelier Gespräch das Publikum mit seiner spontanen Art, die einzelnen Stücke des Camerata-Konzerts „Aus der neuen Welt“ zu erläutern und rhythmisch zu demonstrieren. Nicht zuletzt sorgte sein soziales Engagement, das er selbst als einen wesentlichen Auftrag des Künstlers sieht, für Bewunderung und Beifall aus dem Publikum.

Atelier Gespräche live von uni TV Salzburg


Atelier Gespräch: Ödön von Horváth – Geschichten aus dem Wiener Wald

Interdisziplinärer Workshop in Kooperation mit dem Schauspielhaus Salzburg

7. Mai 2012, 19.00
Atelier im KunstQuartier
Bergstraße 12a

Impulsreferat Univ.-Prof. Dr. Karl Müller

Univ.-Prof. Dr. Sabine Coelsch-Foisner im Gespräch mit dem Regisseur Rudolf Frey und Mitwirkenden der aktuellen Aufführung.

Atelier Gespräche live von uni TV Salzburg


Atelier Gespräch: Gozo – Opera as Utopia

Gesprächskonzert über eine besondere Kulturinitiative in Kooperation mit dem oenm

23. April 2012, 19.30
Atelier im KunstQuartier
Bergstraße 12a

Im Gespräch:
Prof. Joseph Vella und Univ.-Prof. Dr. Sabine Coelsch-Foisner

Musikalische Mitwirkung: Mitglieder des oenm (österreichisches ensemble für neue musik)
Andreas Schablas, Klarinette / Georges-Emmanuel Schneider, Violine / Peter Sigl, Violoncello

Joseph Vella:
Monologo in Tre Parti, für Violine solo
3 Songs for Phaedra, für Klarinette solo
Meditation (UA), für Violoncello solo

Atelier Gespräche live von uni TV Salzburg


Atelier Gespräch: Sven-Eric Bechtolf

Theater als Dialog der Begegnungen

16. April 2012, 19.00
Schüttkasten
Herbert-von-Karajan-Platz 11a

im Gespräch:
Sven-Eric Bechtolf und Univ.-Prof. Dr. Sabine Coelsch-Foisner

Atelier Gespräche live von uni TV Salzburg


Atelier Gespräche: Schlaglichter auf zwei tragische Frauenschicksale

19. März 2012, 19.00
Atelier im KunstQuartier
Bergstraße 12a

LA TRAVIATA

Interdisziplinärer Workshop in Kooperation mit dem Salzburger Landestheater

Univ.-Prof. Dr. Oswald Panagl: „Gelandet und gestrandet – auf den Spuren der Violetta Valéry“
Univ.-Prof. Dr. Sabine Coelsch-Foisner im Gespräch mit dem Regisseur Andreas Gergen und der Sopranistin Karolina Plicková

Atelier Gespräche live von uni TV Salzburg

26. März 2012, 19.00
Atelier im KunstQuartier
Bergstraße 12a

OTHELLO

Interdisziplinärer Workshop in Kooperation mit dem Schauspielhaus Salzburg

PD Dr. Beatrix Hesse (Bayreuth): „Othello – ein Drama in Schwarz und Weiß“
Univ.-Prof. Dr. Sabine Coelsch-Foisner im Gespräch mit dem Dramaturgen Christoph Batscheider und den Schauspielern Sophie Hichert (Desdemona) und Volker Wahl (Jago)

Für das Atelier Gespräch über Othello am 19. März 2012 hat Sabine Coelsch-Foisner es geschafft, gleich vier Experten und Expertinnen zu gewinnen. Die Inszenierung wurde in der Presse bereits jubelnd gefeiert wie auch in Grund und Boden versenkt. Nun dürfen endlich die Künstler und Künstlerinnen selbst ihre Meinung kundtun und nutzen dieses Angebot freigiebig. Nach einem interessanten Vortrag der Literaturwissenschafterin Beatrix Hesse entspinnt sich eine Diskussion mit dem Dramaturgen Christoph Batscheider, Schauspieler Volker Wahl und Schauspielerin Sophie Hichert. Alle drei haben zur Inszenierung am Schauspielhaus maßgeblich beigetragen und erklären dem Publikum unter anderem nicht nur das veränderte Ende, sondern auch, warum Othello nicht schwarz, aber einmal nackt sein muss. Im Laufe des Gesprächs werden die Grundideen der Inszenierung Elina Finkels erläutert. Sophie Hichert und Volker Wahl sprechen auch über ihren persönlichen Zugang zur jeweiligen Rolle und beantworten allerlei Fragen des kritischen Publikums. Nachdem auch geklärt ist, wie Jago ohne Ticks eigentlich noch psychopathischer wirken kann, finden vielleicht viele Zuseher und Zuseherinnen das Ende des Stücks noch unerträglicher, aber einmal mehr ist bewiesen: Theater bringt Sand ins Getriebe.
O.K.

Atelier Gespräche live von uni TV Salzburg


Atelier Gespräch: Die Stiftung Mozarteum Salzburg

Eine Kultureinrichtung stellt sich vor

12. März 2012, 19.00
Atelier im KunstQuartier
Bergstraße 12a

im Gespräch:
Dr. Johannes Honsig-Erlenburg (Präsident der Stiftung)
DriplVw. Matthias Schulz (Geschäftsführer der Stiftung)
Karl Harb (Kulturjournalist, Salzburger Nachrichten)

Moderation: Univ.-Prof. Dr. Sabine Coelsch-Foisner

Atelier Gespräche live von uni TV Salzburg


Wintersemester 2012/13

Atelier Gespräch: Zum Verdijahr – Messa da Requiem

Interdisziplinärer Workshop in Kooperation mit der Salzburger Kulturvereinigung, anlässlich der Konzerte vom 6. – 8. Februar

24. Jänner 2013, 18.00 Uhr
Bibliotheksaula
Hofstallgasse 2-4

Begrüßung: Univ.-Prof. Dr. Heinrich Schmidinger, Rektor
PD Dr. Daniel Brandenburg: „’…ein schönes, tüchtiges Werk´ – Verdis Requiem und seine Rezeption“
Univ.-Prof. Dr. Sabine Coelsch-Foisner im Gespräch mit dem Dirigenten Alexander Shelley, MMMag. Elisabeth Fuchs und Univ.-Prof. Alois Glaßner 
Musikalische Kostprobe des Mozarteum Quartetts

Verdis Messa da Requiem ist neben seinen großen Opern seine bedeutendste Komposition und eines der am häufigsten aufgeführten Werke des Repertoires für Chor und Orchester. Als Schöpfung eines großen Opernkomponisten war das Requiem schon für den Wiener Kritiker Eduard Hanslick ein „schönes, tüchtiges Werk“, das jedoch ungewöhnlich dramatische Züge aufweist. Ähnlich dachten auch andere Zeitgenossen des Komponisten und machten diesen „Einwand“ zu einem Leitmotiv der Rezeption dieses Werks. Es stellt sich also u.a. die Frage, ob der dramatische Gestus ein etwa im Hinblick auf die Vision des Jüngsten Gerichts bewusst eingesetztes Stilmittel Verdis ist oder nur die Wahrnehmung einer opernversessenen Epoche. In diesem Jahr begehen wir Verdis 200. Geburtstag. Aus diesem Anlass wird das Requiem sowohl von der Salzburger Kulturvereinigung als auch von den Salzburger Festspielen zur Aufführung gebracht


Atelier Gespräch: Das öffentliche Bild

In Kooperation mit dem Museum der Moderne – Rupertinum anlässlich der Ausstellung „Schaufenster zur Sammlung III“

12. Dezember 2012, 18.30 Uhr
Museum der Moderne – Rupertinum
Wiener Philharmoniker Gasse 9)

Univ.-Prof. Dr. Sabine Coelsch-Foisner im Gespräch mit der Kuratorin der Ausstellung Dr. Margit Zuckriegl, dem Künstler Manfred Grübl (Wien) und dem Journalisten Martin Stricker (Salzburger Nachrichten)

Erneut fanden sich die Atelier Gespräche im Museum der Moderne-Rupertinum ein und entdeckten in der aktuellen Ausstellung „Schaufenster zur Sammlung III“, kuratiert von Margit Zuckriegl, viele Anknüpfungspunkte zur Diskussion einer brisanten Thematik. Sabine Coelsch-Foisner führte den Künstler Manfred Grübl und Martin Stricker, Leiter des Ressorts Außenpolitik bei den Salzburger Nachrichten, mit der Kuratorin zusammen und ließ die Problematik „Das öffentliche Bild“ von unterschiedlichsten Seiten beleuchten. Das Bild, das an die Öffentlichkeit dringt, findet diesen Weg auf zweierlei an diesem Abend repräsentierte Arten: Über die Zeitung oder über das Museum. Damit stellte sich bereits die Frage des ästhetischen Werts und dessen moralische Vertretbarkeit: Was adelt ein Bild, das nicht als ein künstlerischen angelegt ist, für das Museum? Ist ein öffentliches Bild schön? Wie schön darf etwa Kriegsfotografie für die Presse sein?

Das Bild als veröffentlichte Pressefotografie fand aber auch in komplexerer Form Eingang in das Gespräch: Margit Zuckriegl hat die Ausstellung rund um eine Arbeit von Manfred Grübl entstehen lassen, die die Ermordung von Anna Politkowskaja zum Thema hat und damit die Schnittstelle zwischen politisch engagierter Kunst und Öffentlichkeit problematisiert. Gerade die Suggestivkraft des öffentlichen Bildes, die sich der Journalist in der Zeitung zu Nutze macht um eine in der Leserschaft schon bekannte Neuigkeit eindrücklich zu illustrieren, reflektiert Grübl in der Installation, die das abfotografierte Portrait der ermordeten Journalisten hinter einem Polizeispiegel verbirgt und so das Spiegelbild des Betrachters direkt in die dargestellten Geschehnisse involviert.

Nicht zuletzt muss sich in der heutigen Zeit der digitalen Medien, deren Möglichkeiten der Verbreitung von Bild- und Textmaterial unerschöpflich scheinen, die Frage nach der Wahrhaftigkeit der in den Bildern vorgestellten Wirklichkeit stellen. In den Berichten aus der Zeitungsredaktion verbirgt sich schließlich auch das Plädoyer zu einem kritischeren, reflektierten Umgang mit den neuen Medien im Alltag.
M.S.


Atelier Gespräch: Zum Verdijahr – Don Carlo

Im Vorfeld des Festspielsommers 2013

10. Dezember 2012, 19.00 Uhr
Bibliotheksaula
Hofstallgasse 4

PD Dr. Yvonne Nilges: „Schillers und Verdis Don Carlo“
Dr. Robert Braunmüller: „Die Eroberung der Boutique: Verdis Don Carlo und die Grand Opéra“
Univ.-Prof. Dr. Sabine Coelsch-Foisner im Gespräch mit dem
Dramaturgen Rainer Karlitschek

Von den vier Verdi-Opern, die Schiller’scher Provenienz sind, ist der „Don Carlos“ – oder, auf Italienisch, „Don Carlo“ – ganz besonders interessant.

Ihn und Schillers Dramenvorlage verbindet bereits auf den ersten Blick weit mehr als nur der Stoff: Beides sind sehr umfängliche Werke, von beiden existieren verschiedene Fassungen, deren Entstehungs- und Umarbeitungszeit sich jeweils etwa über zwei Dezennien erstreckt. Was ist dies für ein Werk, das der junge Schiller da geschaffen hat, und wie gestaltet sich nun im Vergleich dazu die Opernadaption bei Verdi?
Im Vorfeld der Festspielproduktion im Verdi-Jahr 2013 widmet sich das Atelier Gespräch der letzten großen Schiller-Oper Verdis.

Atelier Gespräche live von uni TV Salzburg


Atelier Gespräch: Zur Eröffnung der Dialoge Luft 2012 – Manfred Trojahn & Matthias Schulz

In Kooperation mit der Stiftung Mozarteum Salzburg

28. November 2012, 18.00 Uhr
Stiftung Mozarteum, Wiener Saal
Schwarzstraße 26

Univ.-Prof. Dr. Sabine Coelsch-Foisner im Gespräch mit
Manfred Trojahn und Matthias Schulz

Im Jahr 2012 widmen sich die Dialoge in Salzburg einem der vier Elemente: Der künstlerische Leiter Matthias Schulz ordnet alle Konzerte um das Thema Luft. Nicht nur soll die Wahl auf ein griffiges, spannendes und künstlerisch fruchtbares Motto für die Konzertreihe im Dezember fallen, Schulz steht zugleich vor der Aufgabe, einen zeitgenössischen Komponisten und niemand anderen als Mozart unter diesem Leitfaden zu vereinen. Manfred Trojahn ist der diesjährige Composer in residenceund eben diese Wahl wurde nicht übel getroffen: Trojahn hat sich in seinem breiten Oeuvre im Feld der ‚Bearbeitung‘ nicht nur mit Trakl, Michelangelo, Keats und vielen anderen Schriftstellern und Musikern auseinandergesetzt, er fand schon früh – als Kind, um genau zu sein – Zugang zu Mozarts Schaffen. Im Gespräch mit Sabine und Coelsch-Foisner und Matthias Schulz ließ der Komponist in seine Künstlerbiographie blicken und deckte so zugleich die starke Verwobenheit seiner Arbeit mit der musikgeschichtlichen Tradition auf: Angefangen bei Mozart bearbeitete Trojahn das Werk von Beethoven, Schubert und Johann Strauss Sohn. In seinen Eigenkompositionen sieht sich Trojahn ganz in der Neuen Musik verhaftet, doch kann er den Etikettierungen von Künstlergemeinschaften, „die einfach gerne miteinander essen gehen“, wenig abfinden und definiert sich ebenso in Abgrenzung zu seinen Kollegen.

Auf der von den Dialogen etablierten Experimentierplattform wurde Trojahn mit einem Mozart-Fragment der Stiftung Mozarteum konfrontiert und schuf ein neues Werk, das hier seine Uraufführung erleben wird. Nach dem anregenden Einblick in die Werkstatt Manfred Trojahns und die komplexe organisatorische Vorbereitungsarbeit darf das Publikum auf die Konzertabende gespannt sein.
M.S.

Atelier Gespräche live von uni TV Salzburg


Atelier Gespräch: Elfriede Jelinek – Kein Licht

Interdisziplinärer Workshop in Kooperation mit dem Schauspielhaus Salzburg anlässlich der österreichischen Erstaufführung

5. November 2012, 18.00 Uhr
Säulenfoyer des Schauspielhauses
Erzabt-Klotz-Str. 22

Dr. Manfred Mittermayer (Leiter des Literaturarchivs Salzburg): „Elfriede Jelineks Kein Licht. Eine literarische Antwort auf die Reaktorkatastrophe von Fukushima“
Univ.-Prof. Dr. Sabine Coelsch-Foisner im Gespräch mit dem Regisseur Thomas Oliver Niehaus und der Dramaturgin Birgit Lindermayr 
Anschließend Möglichkeit zum Besuch der Probe

IM STRUDEL DES SPRACHSTROMS

Erstmals widmeten sich die Atelier Gespräche im Wintersemester 2012/13 dem Schauspiel. Dass niemand tagesaktuelles Geschehen künstlerisch so anspruchsvoll aufwerfen kann, konnte Sabine Coelsch-Foisner bereits beim letzten Atelier Gespräch vorausschicken. Um sich allerdings nicht heillos in dem breiten Oeuvre der österreichischen Autorin zu verlieren, bot Manfred Mittermayer, seines Zeichens nicht nur Leiter des Literaturarchivs Salzburg und der Rauriser Literaturtage sondern auch Kenner des Werks von Elfriede Jelinek, zahlreiche Orientierungshilfen. Schnell zeigte sich, wie komplex die Referenz auf unseren Alltag und die Sprachkunst der Autorin miteinander verschränkt sind – im aktuellen Stück bezieht sich Elfriede Jelinek auf die Vorkommnisse in Fukushima im Jahr 2011 und bringt den Versuch einer Annäherung an das Unglück zum Teil ironisch verfremdet in ausschweifenden Sprachtiraden auf die Bühne. Obwohl die Österreich-Premiere von Kein Licht im Schauspielhaus noch auf sich warten ließ, konnten im Gespräch Regisseur Thomas Oliver Niehaus und Dramaturgin Birgit Lindermayr doch einen lebhaften Eindruck von den herausfordernden Probearbeiten liefern. Wie eng die Texte Jelineks miteinander verknüpft sind, konnte Niehaus vor dem Hintergrund seiner Inszenierungen von Ein Sportstück und Raststätte oder sie machens alle (2005 bzw. 2007 am Tiroler Landestheater in Innsbruck) nur bestätigen. Nicht nur intertextuell zeigen sich Ähnlichkeiten, auch der Anspruch an die Schauspieler ist gleichbleibend enorm: Diesmal hat man in der Regie damit zu kämpfen, Untote mit allzu lebendigen Schauspielern bühnenfähig zu machen – besonders in der praktischen Theaterarbeit wird der Grat zwischen Ironie und bitterem Ernst in den Stücken Jelineks sehr schmal.
M.S.

 Atelier Gespräche live von uni TV Salzburg


Atelier Gespräch: Die Fledermaus

Interdisziplinärer Workshop in Kooperation mit dem Salzburger Landestheater

22. Oktober 2012, 19.00 Uhr
Atelier im KunstQuartier
Bergstraße 12a

Univ.-Prof. Dr. Oswald Panagl: „‚Für die Ewigkeit, immer so wie heut …?‘ – Von der unheilen Welt der Fledermaus“
Univ.-Prof. Dr. Sabine Coelsch-Foisner im Gespräch mit Regisseur
Andreas Gergen und Mitwirkenden der Aufführung: Simon Schnorr (Eisenstein) und Tamara Gura (Orlofsky)

EINE NEUE FLEDERMAUS

Schon mehrfach hat sich Andreas Gergen für ein Gespräch mit Sabine Coelsch-Foisner im Rahmen der Atelier Gespräche zur Verfügung gestellt (Kiss me Kate 2010/2011, Sound of Music 20011/12). Am 22.10.2012 stand in den Räumen der Kammerspiele seine Inszenierung der Fledermaus von Johann Strauss am Salzburger Landestheater zur Debatte. Dass sich Gergen, begleitet von Simon Schnorr (Gabriel von Eisenstein) und Tamara Gura (Scheich Orlofsky), für eine aktuelle und „globale“ Lesart der Libretti diverser Werke stark macht, konnte das Publikum zuletzt bei seiner La Traviata Inszenierung erleben. In der Fledermaus verzichte er zwar ausnahmsweise auf ‚Skype‘ als moderne, problematische Kommunikationsform und ähnliche aktuelle Implikationen, doch ist es Gergen erneut darum zu tun, aus dem zeitgenössischen Entstehungskontext des Werkes heraus Bruchlinien und Paradoxien in der Gesellschaftsstruktur aufzuzeigen. Mit dem fundierten und belesenen Impulsreferat vom Salzburger Linguisten und Autor der Einführung zur Fledermaus (Böhlau Wien, 1999) Oswald Panagl wurde nicht nur die kulturgeschichtliche Bedeutung der Operette, sondern auch der genuin subversive Charakter des Librettos von Richard  Genée schlüssig vorgestellt – und damit deutlich, warum Textänderungen an dem zeitlosen Stück für Gergen nur vereinzelt nötig waren. Abgerundet mit einer Gesangprobe aus der Rolle des Prinzen/Scheich Orlofsky, begleitet von Wolfgang Götz, bot sich den Zuhörern eine facettenreiche Darstellung zum vielgehörten und -gesehenen Operettenklassiker von Johann Strauss.

M.S. 

Atelier Gespräche live von uni TV Salzburg


Atelier Gespräch: Faszination Orient

In Kooperation mit der Camerata Salzburg anlässlich der Konzerte am 19. und 21. Oktober

15. Oktober 2012, 18.00 Uhr
Universität Mozarteum
Mirabellplatz 1

Univ.-Prof. Dr. Thomas Hochradner und
Univ.-Prof. Dr. Michaela Schwarzbauer
im Gespräch mit Yu Kosuge und Hansjörg Schellenberger

Anschließend Möglichkeit zum Besuch der Probe im Camerata-Saal.

IM DIENSTE DER MUSIK

Gleich im ersten Zusammentreffen von Wissenschaftlern und Künstlern in der Diskussion im Wintersemester 2012/13 wurde das Motto der Atelier Gespräche zum Programm erklärt: Im Vordergrund stehen einerseits die Künstlerpersönlichkeiten mit ihren Umsetzungen, andererseits die Kunst selbst – und ihre Rezeption. Die Balance zwischen den beiden gilt es jeweils abzuwägen. So kann es keineswegs im Sinne etwa der klassischen Musik sein, sich als Musiker prominent vor das Werk eines Schaffenden zu stellen, meinte Hansjörg Schellenberger, der sich den Fragen der Musikwissenschaftler Michaela Schwarzbauer und Thomas Hochradner stellte. Vielmehr drängt sich dem Dirigenten als auch den professionellen Musikern, wie der am Mozarteum von Karlheinz Kämmerling ausgebildeten Pianistin Yo Kosuge, die verantwortungsvolle Aufgabe einer musikalischen Energievermittlung auf: Gerade am wohl komplexesten Beispiel Mozarts zeige sich die virulente emotionale Vielschichtigkeit von Musik – und diese Emotionalität gilt es zum aufmerksamen Hörer zu transportieren. Entsprechend begeistert umschrieb Schellenberger die Fähigkeit von Yo Kosuge, am Klavier diese Zwiespältigkeit von Mozarts Werk zu evozieren, was die junge Japanerin unmittelbar am bereitstehenden Flügel zu hören gab. Einen runden Abschluss des anregenden Abends bot schließlich die Möglichkeit, an der Probe der Camerata gemeinsam mit Hansjörg Schellenberger teilzunehmen und dessen auch im kurzen Gespräch deutlich gewordene pädagogische Einfühlsamkeit mitzuerleben, also Arbeit mit und besonders für die Musik.
M.S.

Atelier Gespräche live von uni TV Salzburg

Auszug aus dem Atelier Gespräch, veröffentlicht in TATORT Kultur / Atelier Gespräche II, Hg. Sabine Coelsch-Foisner (Salzburg: Pustet, 2013) und auf http://www.hansjoerg-schellenberger.de/interview.html